Fröhlichkeit ist ansteckend

«Perdiz» ist spanisch und heißt so viel wie „Rebhuhn“. Und genauso skurril wie dieser Magazinname sind auch die Inhalte dieses Magazins aus Barcelona. Wer dem grauen Alltag des Winters für einpaar Stunden entfliehen möchte und sich einen spontanen Flug in Richtung Südhalbkugel aus finanziellen oder arbeitstechnischen Gründen nicht leisten kann, der findet mit «Perdiz» eine vergleichsweise günstige Alternative. Perdiz02Worum geht es bei «Perdiz»? Das Magazin selbst erklärt, es ginge um gewöhnliche Menschen, die Ungewöhnliches tun. Eine liebevolle Umschreibung von Nerds, die ihr Nerdtum ausleben. Und egal wie verrückt oder lustig die Ideen und Lebensweisen der Artikelprotagonisten sind, «Perdiz» erzählt über sie niemals abwertend oder lästernd, sondern stets liebevoll, beinahe bewundernd. Perdiz03Das Bild über dieser geschriebenen Zeile beispielsweise zeigt Adrian, der weltweit Labyrinthe baut und über neun Guiness-Rekorde hält. Es ist nicht bloß sein Beruf, sondern eine Berufung. Warum sonst sollte er in North Dorset, England, ein extra-großes Gründstück kaufen, wo er ausreichend Platz findet, sein privates Heckenlabyrinth pflanzen und über Jahre erwachsen zu lassen? Perdiz05Einer meiner Lieblingsgeschichten ist die von Gary Cantrell, der mit dem Barkley Marathons den irrwitzigsten Sportwettbewerb der Welt ins Leben gerufen hat. Fünf Tage haben die Teilnehmer Zeit, in fünf Runden insgesamt 160km zurückzulegen. In seiner 30jährigen Geschichte haben es nur einpaar wenige überhaupt ins Ziel geschafft. Der Wettbewerb lebt vom schwarzen Humor Cantrells und Zeitgenossen, die an ihre Grenzen kommen wollen – und darüber hinaus.Perdiz06Das Comic erzählt die Geschichte vom „Dead Body Guy“, der von einer Karriere als Filmleiche träumte und einfach mal anfing, sich in allen erdenklichen Leichenposen für seinen Blog ablichten zu lassen bis die New York Times auf ihn aufmerksam wurde. „I started playing dead 10 years ago. Now I’ve been in over 30 movies and TV shows. My story is proof that you should never give up on your dreams“ sagt er. Recht hat er.Perdiz07Eine Geschichte erzählt vom Museum of Bad Art, die gezielt Kunst ausstellt, die für jedes andere Museum zu schlecht sind. Wahrscheinlich illustriert dieses Museum besser als jeder Kunsttempel in New York City, London oder Paris, was Kunst ist und was nicht. 1996 wurde trotzdem ein Gemälde gestohlen, Das MoBA setzte eine Belohnung von $36.73 aus. Zehn Jahre später erreichte das Museum eine hohe Lösegeldforderung, die sie jedoch ablehnte. Kurze Zeit später wurde das Gemälde anonym zurückgegeben.Perdiz08Und in diesem Ton geht es in diesem Magazin weiter. Die «Perdiz»-Lektüre fühlt sich wie eine Dusche der positiven Laune an. Wie schnell übersehen wir in unserem grauen Alltag, wie bunt unsere Mitmenschen das Leben mit ihren Spleens schmücken. Wir müssen ihnen nur ihre Aufmerksamkeit widmen. Daran erinnert uns «Perdiz».

Titel: Perdiz. Happiness is Contagious – Issue #9
Sprache: Englisch, Spanisch
Woher: Barcelona (Produktion), Schweiz (Druck)
Offzieller Preis: EUR 12 (in Spanien)
Wo kaufen: perdizmagazine.com (€14)

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