Das war «Boneshaker»

Hält man ein Magazin aus dem Bereich der Independent Magazine in den Händen, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass es sich um die letzte Ausgabe handeln wird. Häufig können sich die Magazinmacher die Produktion der nächsten Ausgabe einfach nicht mehr leisten, sei es auf finanziellen oder zeitlichen Gründen. Häufig handelt es sich bei solchen Magazine um Hobbys, die den Machern eine Weile Spaß machen, jedoch nach fünf, zehn oder zwanzig Ausgaben etwas Neues unternehmen wollen. So scheint es bei «Boneshaker» zu sein, bei welcher die zwanzigste Ausgabe die letzte ist. Laut Editorial wollen sich neuen Projekten widmen.

Boneshaker - 5«Boneshaker» ist ein Magazin von Fahrradenthusiasten. Fahrräder sind in den Augen der meisten Autoren im Heft mehr als ein Transportmittel. In Ausgabe 20 ist das Fahrrad das Ticket zur Freiheit schlechthin. Es bringt einen Autoren quer durch Kambodscha. Es führt einen anderen durch die finsterste Nacht abseits der Städte. Fahrräder begleiteten den 103-jährigen Opa einer Autorin über 90 Jahre lang in seiner australischen Heimat. Sogar der Emanzipation dient es einer Autorin. Und gleich in mehreren Artikeln wird erwähnt: Es rettet die Umwelt und damit die ganze Welt.Boneshaker - 7Für ein Fahrradmagazin ist «Boneshaker» überraschend politisch, dafür weniger sportlich ausgerichtet. Während beispielsweise «Soigneur» sich stets zwischen den Polen Abenteuer und Leistungssport bewegt, begreift «Boneshaker» das Fahrrad wahlweise als politisches oder hedonistisches Statement. Das macht die Lektüre etwas mühsam, insbesondere wenn man mit der persönlichen Transportwahl in Ruhe gelassen werden möchte. Ja, wir haben verstanden: Fahrradfahren rettet die Welt und Autofahren macht dick.Boneshaker - 10Für Abwechslung sorgen die Geschichten im Magazin. Zum Beispiel die von einem Mitvierziger, der sich trotz seiner Diabetserkrankung eine mehrtägige Fahrrad-Camping-Tour zutraut. Oder von der Oma, die währrend des zweiten Weltkriegs durch ganz Groß Britannien tourte.Boneshaker - 8«Boneshaker» wird sicherlich für seine phantasievollen Illustrationen und seinem unbestechlichen Optimismus fürs Fahrradfahren vermisst werden. Zum Ton des Magazins passt ihre DIY-Optik. Auf vielen Seiten wirkt «Boneshaker» sehr collagig, manchmal auch wie eine (sehr gut gemachte) Schülerzeitung. Es trifft nicht ganz meinen Geschmack. Als leidenschaftlicher Fahrradfahrer greife ich lieber auf «The Ride», «Bikevibe» oder Raphas «Mondial» zurück. Für Verfechter des Unkonvetionellen wird «Boneshaker» jedoch genau die richtige Wahl gewesen sein.Boneshaker - 3Titel: boneshaker magazine
Sprache: Englisch
Woher: United Kingdom
Offzieller Preis: £7
Wo kaufen: auf boneshakermag.com (etwa €12 oder CHF 14.50 inkl. Versand)

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