Cover of Scenario, a magazine by Copenhagen Institute for Future Studies

Scenario – Blicke in die Zukunft

Ein Magazin über die Zukunft klingt sehr spannend. Schließlich möchte jeder wissen, wohin unsere Reise geht. Doch bei «Scenario» spinnen nicht irgendwelche Science Fiction Nerds oder blinde Silicon-Valley-Mitläufer herum. Zumindest nicht nur. Hinter «Scenario» steckt das Copenhagen Institute for Futures Studies (CIFS), das Ideen und Trends der Gegenwart analysiert und ihre Auswirkungen in möglichen Zukunftsszenarien beschreibt. «Scenario» erreichte uns diesen Monat über The Stack, ein Aboservice, der jeden Monat ein anderes Magazin sendet, das sich abseits vom Mainstream bewegt.Afrofuturism in Scenario, a magazine by Copenhagen Institute for Future StudiesDas hört sich erstmal sehr trocken an. Für «Scenario» haben sie sich jedoch bei ihren Artikeln für einen cleveren Mix aus Popkultur und Technologie entschieden. Wissenschaftliche Texte sucht man glücklicherweise vergebens. Die aktuelle Ausgabe steigt mit dem Titelthema „Afrofuturism“ ein, einem relevanter werdenden Strang des Science-Fiction-Genres in Literatur und Film, in welcher stets die Sehnsucht nach Gleichberechtigung der Rassen, insbesondere der Schwarzen, mitschwingt. Bisher waren Science-Fiction-Romane und -Filme von weißen Menschen geprägt. Erst neuere Werke wie die aktuellen Star-Wars-Filme oder Star Trek Discovery trauen sich endlich, Hauptrollen mit schwarzen Schaupielerinnen und Schauspieler zu besetzen.

IMG_20180318_143631.jpgSpannend sind im Heft die Stücke über Social Roboter und Trends in der Medizin. Social Roboter beginnen langsam, im Alltag der Menschen präsenter zu werden. Im Heft befasst man sich mit der Frage, wie sich die Mensch-zu-Mensch-Beziehung ändern wird, wenn Mensch-zu-Roboter-Beziehungen normal werden, etwa auch im Sexleben. Wie nah «Scenario» trotz aller Blicke in die Zukunft bei der Gegenwart bleibt, zeigt der Artikel über Idee von Videospielen als Teil der medizinischen Behandlungen. Laut Artikel versuchen in den Vereinigten Staaten bereits erste Softwareunternehmen, ihre Spiele als medizinische Behandlungen anerkannt zu bekommen, etwa für ADHS-Patienten oder Autisten.IMG_20180318_143721.jpgDer Artikel „Is Big Data killing Hollywood“ zeigt eindrucksvoll, wie Hollywood, das jahrzehntelang mit ihren Blockbuster das Filmgeschäft dominierten, sich plötzlich mit einem entscheidenden Wettbewerbsnachteil beschäftigen auseinandersetzen müssen: Sie haben keinen Zugang zu Big Data und müssen wie äh und je per Trial-and-Error herausfinden, welche Filme funktionieren und welche nicht. Ganz im Gegensatz zu den relativ jungen Streaming-Anbietern wie Netflix, Amazon Prime und wie sie alle heißen. Diese können sekundengenau analysieren, welche Filmszenen gut funktionieren und diese Erkenntnisse in künftige Film- und Serienproduktionen einfließen lassen. IMG_20180318_143747.jpgTitel: Scenario. A Briefing on Trends, Ideas, Visions and Possible Futures. Ausgabe Februar 2018.
Sprache: Pro Ausgabe gibt es eine englische und eine dänische Version.
Woher: Kopenhagen, Dänemark.
Offzieller Preis: 125 dänische Kronen (ca. €17)
Wo kaufen: Website von Scenario Magazin (€20 zzgl. Versandkosten)

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