Monocle Zürich (Genf + Basel) Guide

Beinahe jeden Monat bringt «Moncole» einen neuen Travel Guide hinaus. Dass ich die Guides von Moncole besser finde als ihr eigentlichen Magazine, habe ich bereits im Beitrag über ihren Paris Guide beschrieben. Ich hatte mich immer gefragt, wie Bewohner einen Guide über ihr eigenen Wohnort bewerten würden. Mit dem neuen Monocle Guide über Zürich (Genf + Basel) kann ich mir als Neu-Zürcher die Frage nun selbst beantworten.

Monocole_Zurich_Guide_02Die erste Besonderheit der Ausgabe 33 fällt den Kennern der Serie bereits auf dem Cover auf: Erstmals besuchte «Moncole» mit Zürich, Genf und Basel nicht nur eine, sondern gleich drei Städte für eine Ausgabe. Offenbar war ihnen Zürich nicht ausreichend (oder Basel und Genf war ihnen für eigene Guides nicht groß genug). Das Cover ziert zudem zwei wiederkehrende Lieblingsmotive der «Monocle»-Redaktion: den Hund (wie schon beim Schweiz-Heft naheliegenderweise der Bernhardiner) und die Eisenbahn. Eingebettet sind sie mitsamt Schaffner und Wanderern in eine ländliche Szenerie. Das Bild passt jedoch nicht richtig zum Guide, denn darin beschränken sich die Ausflüge auf den urbanen Raum der drei Städte.

Monocole_Zurich_Guide_03Beim ersten Durchblättern durch die Zürich-Seiten freue ich mich, dass «Monocle» meine Lieblingsbarista und -badeorte gefunden hat, die spätestens jetzt keine Geheimtipps mehr sind (Mame Café, Strandbad Wollishofen). Beim näheren Durchlesen bestätigt sich der erste Eindruck: «Monocle» hat den richtigen Riecher und stellt genau jene Hotels, Läden, Cafés, Restaurants und Badeorte vor, die auch meiner Meinung nach Zürich zu einem besonderen Ort machen. Vielleicht ist es aber ein Zürich Guide zu erstellen eine dankbare Aufgabe, weil man nicht wie anderswo in Berlin oder Paris aus fünf, sechs Alternativen zwei auswählen muss, sondern halt nur zweien. Monocole_Zurich_Guide_04Der Zürich Guide erinnert mich jedoch auch schmerzlich an all die To-Dos, die ich in dieser Stadt auch nach sechs Jahren Bewohnen noch offen. Das Landesmuseum will noch besucht werden, genauso wie der Pavillon Le Corbusier. Das eine Zürcher Essay „Zürichsee“ hinten im Buch geschrieben von einem Zürcher Anwalt ist sehr hochnäsig und ist dadurch sehr authentisch, nichts anderes erwartet man von der alteingessenen, oberen Mittelschicht der Stadt.Monocole_Zurich_Guide_05Weniger gut kenne ich mich in den beiden anderen Städten aus, in Basel noch besser als in Genf. Basel ist wohl eines der kleinsten Weltstädte der Welt. Weltstadt, wegen der Kunst- und Uhrenmessen, der Beyeler Foundation, der Unternehmen Roche, Novartis, Swiss Air und Syngenta. Klein, weil nur 171’000 Einwohnern. Wahnsinnig viele Highlights gibt in der Stadt aufgrund seiner Größe jedoch nicht, für einpaar nette Sternenrestaurants und Ausflüge in die nahe Umgebung, beispielsweise zum Vitra Museum im deutschen Weil am Rhein, genügt es jedoch. Monocole_Zurich_Guide_06«Moncole» macht bei seinen Travel Guides seinen Job recht gut. Man spürt, dass sich die Autorinnen und Autoren in den Städten auskennen und nicht bloß von anderen abschreiben. Der Zürich Guide zeigt mir, dass ich ihren Guides für künftige Reisen in anderen Städten trauen kann. Wenn sie das Positive aus den Guides in ihre Magazine übertragen und darin etwas mehr Tiefe wagen würden, dann käme sogar ein Abonnement in Frage.Monocole_Zurich_Guide_07Titel: The Monocle Travel Guide Series – 33 – Zürich, Geneva + Basel
Sprache: Englisch
Woher: London (Produktion),  Gestalten Berlin (Vertrieb)
Offzieller Preis: EUR 15 (CHF 20)
Wo kaufen: in gut sortierten Buchläden

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